Fachpresse Mitte 2016 zum urbanen Möbelhandel

Wirtschaftsmagazin - Der Handel:  Stationäre Händler treiben Onlinegeschäft voran, vom 22.07.2016


Im Onlinegeschäft scheinen die Möbelhändler angekommen zu sein: Über den Versandhandel wurden im vergangenen Jahr 2,4 Milliarden Euro umgesetzt, im Jahr zuvor waren es noch 2,1 Milliarden Euro. Der Marktanteil lag damit bei 7,3 Prozent. Mehr als 80 Prozent der im Versandhandel bestellten Möbel wurden online bestellt.

"Die Digitalisierung fordert den Mittelstand heraus", kommentiert Marc Zgaga, Leiter der Fachgruppe Möbel im Mittelstandsverbund, die Ergebnisse. "Kreative Ansätze und ein stabiles Umfeld sind gefragter denn je. Beides hat sich der kooperierende Möbelhandel erfolgreich auf die Fahne geschrieben.“

Wachstumstreiber im Onlinegeschäft sind überwiegend stationäre Händler, die mit zusätzlichen Angeboten im Netz beide Vertriebswege bedienen. "Die Mittelstandskooperationen bauen damit ihren Wettbewerbsvorteil gegenüber den Online Pure Playern aus", bewertet Zgaga die Ergebnisse. Nur wer Verbrauchern ein umfassendes Angebot bieten könne, "wird am Ende überleben“.
 

Deutscher Städtetag zur Zukunft des Handels in den Städten

Der zunehmende Online-Handel, die Digitalisierung und der gesellschaftliche Wandel verändern die Einkaufsgewohnheiten sowie die Nachfrage der Menschen. Deshalb sollten Handel und Immobilienwirtschaft ihre Zusammenarbeit mit den Städten vertiefen, um gemeinsam zukunftsorientierte Lösungen für die Innenstädte zu erreichen. Die Präsidentin des Deutschen Städtetages, Oberbürgermeisterin Dr. Eva Lohse aus Ludwigs­hafen, sagte kürzlich: „Einkaufen zu gehen ist nicht mehr alleiniger Auslöser für einen Besuch in der Innenstadt. Die Menschen besuchen dort Events, lassen sich unterhalten, tref­fen sich zum sozialen Austausch und erleben Kultur. Urbanes Leben in den Städten verbindet Einkaufen, Wohnen, Arbeiten und Kultur und ermöglicht Kommunikation und Begegnungen. Ein zukunftsfähiger Einzelhandel mit attraktiven Geschäften gehört unbedingt dazu. Wir brauchen für starke Innenstädte eine Verantwortungsgemeinschaft von Stadt, Handel und Eigen­tümern, das heißt eine engere Zusammenarbeit des Handels und der Immobilienwirtschaft mit der Stadt sowie der Händler untereinander. Über diese Themen sind wir als Städtetag mit Handel und Immobilienwirtschaft in guten Gesprächen.“ Der Deutsche Städtetag hat dazu jetzt ein Diskussionspapier sowie Best-Practice-Beispiele aus 20 Städten veröffentlicht.

„Zukunft von Stadt und Handel“

Auf Basis einer Umfrage des Deutschen Städtetages bei seinen Mitgliedsstädten wurde besagtes Diskussionspapier erarbeitet, das Ideen und Vorschläge für die zukünftige strategische Ausrichtung von Stadt und Handel enthält und Schwierigkeiten benennt. Dabei stellt sich die Situation sehr unterschiedlich dar:

Einerseits ist der Handel in strukturstarken Städten mit erheblich steigenden Mieten belastet, andererseits gibt es in strukturschwachen Stadtteilzentren Probleme durch vermehrten Leerstand und es droht, die Versorgung der Bevölkerung nicht mehr ortsnah sicher stellen zu können.

Die zunehmende Digitalisierung und intelligente Vernetzung unterschiedlicher Dienst­leistungs- und Versorgungsbereiche wirkt sich nachhaltig auf die Innenstädte aus. Im Jahr 2020 werden nach Schätzungen etwa 20% des Einzelhandelsumsatzes online abgewickelt. Neue Handelskonzepte und Mobilitätsangebote ändern die Kunden- und Lieferströme.

„Deshalb müssen wir vermehrt innovative Lösungen mit allen Beteiligten erarbeiten. Der Handel in den Ladengeschäften und der Online-Handel sind künftig nur gemeinsam denkbar und sollten kundenorientiert verknüpft werden.

Und wir müssen auch eine gute Versorgung der Bevölkerung in den Stadtteilen sicherstellen. Einzelhandelskonzepte der Städte tragen zu einer positiven Entwicklung des Handels bei, wenn sie eindeutige Prioritäten setzen, die in Zusammenarbeit mit den Beteiligten vor Ort erarbeitet, in kurzen Intervallen aktualisiert und mit ,langem Atem‘ umgesetzt werden“, machte Städtetagspräsidentin Lohse deutlich.