Die Rolle der Innenstadt wandelt sich

Baudezernent Frankfurt, Prof. Dr. Marcus Gwechenberger im Gespräch mit Julia Lorenz (Journalistin)

Neue Besen kehren gut – allerdings wäre es vermessen, Prof. Gwechenberger mit einem Besen zu vergleichen, da er als ehemaliger Lehrbeauftragter in puncto Stadtplanung in Ballungsräumen und in der Leitung des Baudezernats diese als hochkompetente Persönlichkeit optimal ausfüllt. Die drängende Frage des Einzelhandels in Frankfurt, u.a. Zeil, ist ihm nicht nur bestens bekannt, sondern er bestätigt, was wir seit 2013 als Gamechanger für unsere Innenstädte als immens zukunftsentscheidend erachten und dies bereits seinem Vorvorgänger, Herrn Bürgermeister Cunitz, 2013 deckungsgleich mit unseren Erarbeitungsprozessen ERS-Framework UrbanMITTE©, übergeben hatten. Ebenso 2013 wurde dieses Framework dem IHK-Präsidenten Prof. Mathias Müller und 2015 auch Herrn Dezernent Markus Frank (er stand damals für den Bereich Wirtschaft) zur Verfügung gestellt.

Parallel zu UrbanMITTE©, das Entscheidungsträgern in Frankfurt vorliegt (Frankfurt stand hier beispielhaft für andere europäische Metropolen), entstand das ERS-Framework UrbanChannel© in diversen Prozessebenen. Der Aktualität geschuldet, zitieren wir aus UrbanChannel©, Teil 9:

Vom Department Store zum MehrWertShopping©(MWS©) / Raum-im-Raum©

Ansatz sind Bestandshandelsflächen, die durch Reduzierung des Flächenbedarfs (z.B. Galeria, C&A, P&C, Saturn u.a.) - in der Wertigkeit eines zielkundenadäquaten Antritts und zukunftsausgerichteter Wirtschaftlichkeit - sich neu aufstellen und damit eine Erhöhung der Kundenfrequenz in zugeordneter Klientelausrichtung erreichen. Mit MWS© erhält das Bestandsobjekt, mit Treffen, Verweilen und kreativem Shoppingerlebnis hinterlegt, eine neue urbane Identität. 

Basis hierzu bildet, als zentrale Aussage in der Eigenständigkeit von Stores in thematisierter Raumstruktur, die Zusammenführung durch Kommunikation, Erlebnis und Genuss, mit Beratungs- und Servicetiefe, digitaler und logistischer Verknüpfung (z.B. CCA©, Product Availability, Click&Collect / Reserve, Shop / Order Delivery u.a.). Hinter der Shoppingphilosophie Raum-im-Raum© steht nicht nur die Werteplatzierung jedes einzelnen Stores in seiner Eigenstellung in einer sich ergänzenden Gesamtstruktur durch zielausgerichtete Werterhöhung, vielmehr ist das Shoppingerlebnis Raum-im-Raum© Teil eines urbaneingebundenen Shopping- und FlanierRaums.

Durch die eigene Struktur, in Verbindung von öffentlichen Räumen zum thematisierten Kommunikationsraum, wird ein gesamtanschaulicher Werteraum gebildet.  Grundlegend ist immer ein zugeordnetes Quartier (s.  ERS-Framework UrbanMITTE© / UrbanRaum Raum-in-Raum©).

(...) Ansatz 3

Raum-im-Raum©, jeder Store ist Teil eines Ganzen. D.h., der Bestand gibt Flächenstrukturen vor, notwendige bauliche / gestalterische Eingriffe müssen dem Anspruch des Neuansatzes umfassend Rechnung tragen. Es entstehen individuelle ShoppingRäume neuer Prägung. Die Flächen werden zu Kommunikationsbereichen mit Erlebnis und Genuss. Dieser Neuansatz ist nicht nur für den Bestandsnutzer, sondern auch für Neunutzer eine außergewöhnliche Standort-Zukunftsausrichtung. Eine hohe Kompetenz hat in der Projektbegleitung die Masterplanung, diese gibt hier nicht nur den Rahmen vor, sondern eine im Vorfeld nachvollziehbare Aussage.

(...) Ansatz 4

Jeder einzelne Store ist Multiplikator für das Shoppingerlebnis. Die außergewöhnliche Warenpräsentation und die Gesamtabstimmung sorgen für den adäquaten Rahmen in der Zielgruppe. Anbieter verkauft nicht nur Waren, sondern ein Lebensgefühl. (Dieses Thema wird in UrbanChannel©, Teil 1 bis 4, behandelt.)

(...) Ansatz 5

Die in den zugeordneten Bereichen platzierten Bistros / Café-Bars hinterzeichnen das Willkommen, bereiten die Basis für Kommunikation mit der Zielgruppe und sind Frequenzträger und Verweilmultiplikator, erster Kategorie, auch für den anspruchsvollen Plausch.

                                                                   

Bedarfseinkauf war gestern – im digitalen Zeitalter wird das visuelle/haptische Shoppingerlebnis immer wichtiger, der Mensch möchte die Sinne berührt haben und dabei in seine wachsende Wertestruktur eintauchen.