Spätestens, als 2011 mit ERS Framework UrbanChannel©, bezogen auf die Neuausrichtung des stationären Handels & Gastgewerbes, und daraus resultierenden, umfassenden Recherchen und Analysen ein Weg in die urbane Zukunft erarbeitet wurde, waren u. a. Vorständ:innen, Geschäftsführer:innen und Expansionsleiter:innen der Möbel-/Einrichtungsbranche unsere Gesprächspartner:innen.
Mit der schon damals ersichtlichen Veränderung des Kaufverhaltens entstand die Notwendigkeit urbane Zukunft neu zu definieren. Die bis dato gängige Standortorientierung auf der grünen Wiese bzw. den Rand- und bestenfalls den B-Lagen, die sich meist außerhalb der City befanden und nur per Auto erreichbar waren, würden sich nicht mehr lange mit den sich verschiebenden Lebensprioritäten vereinbaren lassen. Die unumgängliche Feststellung: wir brauchen einen umfassenden Neuansatz.
Eine der Analysefragen war, wie muss sich ein Unternehmen verändern, modifizieren, neuen und nachhaltigen Strömungen und unumkehrbaren Entwicklungen anpassen, um mit dem sich unaufhaltsam verändernden Kaufverhalten seine Kundenattraktivität und somit seine Wirtschaftlichkeit zu steigern oder mindestens zu erhalten/nachhaltig zu etablieren, da der Mensch zunehmend das Internet-Shopping in sein Einkaufsverhalten als bequemen Faktor integriert. Zudem in den nächsten 10 – 20 Jahren (von 2011 aus gedacht!) die Generationen Y und Z verstärkt den Nahverkehr oder das Bike nutzen und, in zusammenhängenden wirtschaftlichen Räumen, das Auto nur noch als Bedarfsobjekt ansehen werden.
Dies geschieht aus meinem fachlichen Hintergrund dadurch, dass Urbanität neu gedacht werden muss, in jeder europäischen Metropole unter anderen Vorgaben, aber immer mit dem Wertekontext Zukunft und Fortschreibung. Mit Veränderungen der Handelsflächen zu marktangepassten, bis kleinteiligeren Strukturen, in der die Angebotsthemen für den Verbraucher durch Herausstellen von einzelnen Warengruppen sichtbarer werden, entsteht eine Neuordnung. Hier ist es unumgänglich, dass die Mietzinsanpassung der Veränderung Rechnung trägt und damit der wirtschaftlichen Basis für eine Zukunftsausrichtung des Marktes eine neue Grundlage ermöglicht. Dies betrifft auch die Möbel-/Einrichtungsbranche.
Das notwendige Engagement macht nicht vor Unternehmen halt, auch die Politik ist gefordert und muss Urbanität für den stationären Handel fortschreiben, d.h. eine gesunde Durchmischung von Shopping, Kultur und Erleben auf den Weg bringen und Flanieren, Treffen und Verweilen Raum und Basis geben.
Im Heute ist die entwickelte, in ERS-Framework UrbanChannel© dargelegte Neuausrichtung, der unumgängliche Schritt in eine lebenswerte Urbanität, in der der stationäre Handel nicht nur knapp überlebt, sondern eine Präsenz in seiner agilen Vielfalt und Erreichbarkeit bietet. Arthur H. Jansen